SVZ - Hell begeistert von der Dunkelkammer

SVZ online 22. April 2008 | von Rebekka Poesch

 

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RASTOW - Alles begann mit der Ausstellung alter Film-, Foto- und Rundfunktechnik auf dem Rastower Weihnachtsmarkt, die auf großes Interesse stieß. "Die Besucher kamen aus allen Himmelsrichtungen angereist", erinnert sich Reinhard Labahn aus dem Vorstand des Vereins "Dunkelkammer Rastow". Viele hätten sich an früher erinnert und gesagt: "Guck mal, das haben wir damals auch gehabt." Und die Kinder, die mit Fernsehern und digitalen Kameras aufgewachsen sind, hätten gestaunt.

 

Unterstützung durch Liebhaber und Sammler

Die Ausstellung hatte Folgen: Beispielsweise meldete sich ein Drogist aus Sternberg bei den Rastowern und teilte ihnen mit: "Ich habe auch noch etwas." Ein komplettes Drogerie-Fotolabor stellt er ihnen zur Verfügung, woraufhin der Entschluss, ein Technik-Museum zu eröffnen, feststand. Und so wurde im Februar 2008 ein Trägerverein für das neue Museum gegründet: Dunkelkammer Rastow e.V. Dieser hat bislang sieben Mitglieder. "Gerade so viele, wie nötig sind", sagt Labahn. Auf ihre Anfrage hin habe der Rastower Bürgermeister Hartmut Götze nicht lange gezögert und dem Verein für sein Museum Räume im Gemeindehaus versprochen. "Die vier Zimmer befinden sich im Keller und lassen sich originell gestalten", so Vorstandsmitglied Peter Klodner. Ein Konzept dafür habe seine Tochter, die ebenfalls Mitglied im Verein ist, bereits erarbeitet. Der Schwerpunkt des Museums, das genauso wie der Trägerverein "Dunkelkammer Rastow" heißen wird, soll auf der historischen Foto- und Filmtechnik liegen; es sollen aber auch Rundfunktechnik und Kommunikationselektronik gezeigt werden. "Schön wäre es, wenn die Ausstellungsstücke ab und zu mal wechseln würden", meint Klodner. Es gebe Liebhaber, die eine riesige Sammlung auf ihrem Dachboden hätten und keiner könne sie sehen.

Mit Sicherheit seien einige bereit, ihre Stücke dem Museum als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Einige historische Objekte haben die Vereinsmitglieder bereits zusammengetragen. Corinna Laub, die Museologie studiert hat, ist für die Inventarisierung der Ausstellungsstücke zuständig, während sich Reinhard Labahn und Peter Klodner um Pflege und Restauration kümmern. "Vor allem die Labortechnik hat stark gelitten. Da muss einiges aufgearbeitet werden", sagt Labahn. Er fotografiert schon seit seinem zehnten Lebensjahr und hat viel Erfahrung mit der Entwicklung von Fotos. Die anderen Mitglieder teilen seine Leidenschaft: Corinna Laub zum Beispiel bekam im Rahmen ihres Studiums die Funktionsweise der alten Spiegelreflexkamera erklärt und sei beeindruckt gewesen, wie weit sie das Ergebnis selbst beeinflussen könne. Und auch Peter Klodner stand schon oft in der Dunkelkammer, um seine Fotografien selbst zu entwickeln. So ist es kein Wunder, dass es in dem neuen Museum auch eine Dunkelkammer geben soll. "Dort wollen wir die Schwarz-Weiß-Fotografie kultivieren", sagt Reinhard Labahn. Außerdem sei eine Ausstellung mit Fotografien der Vereinsmitglieder angedacht.

Verein auf Spenden und Fördermittel angewiesen
An guten Ideen mangelt es den Mitgliedern von "Dunkelkammer Rastow e.V." also nicht. Und auch die Motivation ist hoch: "Wir sind bereit, viel in Eigenleistung zu machen", sind sich Peter Klodner und Reinhard Labahn einig. Aber finanzielle Probleme zögern die Eröffnung des Museums noch hinaus. Denn erst wenn der Antrag des Vereins auf Gemeinnützigkeit genehmigt wird, kann dieser auch Spenden annehmen, Spendenbescheinigungen ausstellen und um Fördermittel für sein Museum werben. Hinzu kommt, dass sich zurzeit noch das Archiv des ehemaligen Amtes Rastow in den Kellerräumen des Gemeindehauses befindet. "Das heißt, voraussichtlich wird es noch bis Ende Juni dauern, bis wir so richtig loslegen können", so Klodner. Bis dahin sucht der Verein noch nach weiteren Ausstellungsstücken und Unterstützern. Interessierte können sich an Reinhard Labahn wenden: Telefon 03868-300683.